Was sind die Folgen von Mädchenbeschneidung?

Mädchenbeschneidung ist gefährlich für die Gesundheit von Mädchen und Frauen.

Direkte Folgen der Mädchenbeschneidung können sein:

Folgen für Mädchen in der Pubertät und im späteren Leben als Erwachsene können sein:

Die Folgen können lebenslang auftreten, sie sind schwerwiegend und niemals positiv. Nicht alle Mädchen und Frauen, die beschnitten wurden haben diese Probleme. Ob und welche gesundheitlichen Probleme es gibt, hängt u.a. von der Art der Beschneidung ab und davon, wie sie durchgeführt wurde.

Chirurgische Rekonstruktion der Klitoris und Venuslippen

Es gibt in Deutschland Ärztinnen und Ärzte, die wiederherstellende Operationen anbieten, bei denen Klitoris und Venuslippen rekonstruiert werden. Mit der chirurgischen Rekonstruktion der Klitoris und der Venuslippen bekommen Mädchen und Frauen die Möglichkeit, eine schmerzfreie und lustvolle Sexualität zu erleben.

Wende Dich an eine Beratungsstelle, wenn Du Fragen hast oder Hilfe suchst.

Folgende Ärzte haben viel Erfahrung mit wiederherstellenden Operationen.

Dr. Dan mon o’Dey

www.luisenhospital.de/luisenhospital-aachen/zentren/zentrum-fuer-rekonstruktive-chirurgie/unsere-leistungen

Dr. Uwe von Fritschen

www.dfc-waldfriede.de/das-center/behandlungsangebot

Wende Dich an eine Beratungsstelle, wenn Du Fragen hast oder Hilfe suchst.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft und Geburt werden Frauen medizinisch von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt (Gynäkologin/ Gynäkologen) und/ oder einer Hebamme begleitet. Mädchenbeschneidung kann zu Problemen während der Schwangerschaft und Geburt führen. Auch durch kleine Eingriffe kann die Frauenärztin/ der Frauenarzt die Geburt erleichtern, indem sie/ er zum Beispiel vernarbtes Gewebe behandelt. Dadurch kann auch das Menstruationsblut besser abfließen und die Sexualität verbessert werden. Damit eine natürliche Entbindung möglich ist, muss eine Infibulation geöffnet werden. Nach der Geburt kann die Ärztin/ der Arzt alle Verletzungen versorgen. Es ist jedoch strengstens verboten, die Frau wieder zuzunähen (zu reinfibulieren).

Die Geburt kann nicht nur Komplikationen für die Mutter bedeuten, sondern auch für das ungeborene Kind. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich frühzeitig informierst.

Die Geburt verläuft oft besser, wenn Frauen über ihren Körper, Schwangerschaft und Geburt Bescheid wissen. Jedes Mädchen und jede Frau das Recht hat, zu wissen und zu verstehen, was um sie herum geschieht und warum etwas gemacht wird. Wende Dich an eine Beratungsstelle, um Informationen, Unterstützung und Tipps für empfehlenswerte Ärztinnen und Ärzte zu bekommen.

Psychische Folgen

Manchmal haben Mädchen und Frauen auch seelische Probleme wegen der Beschneidung. Sie ist ein schmerzhafter Vorgang, der oft gewaltsam und ohne Vorwarnung stattfindet. Auch langfristig können Traurigkeit oder Angst zurückkehren, beispielsweise während der Geburt, einer medizinischen Untersuchung oder beim Geschlechtsverkehr.

Eine Beschneidung kann nie ganz rückgängig gemacht werden. Aber die körperlichen und seelischen Probleme können behandelt werden, um den Alltag zu erleichtern. Jedes Mädchen und jede Frau hat ein Recht darauf!

Folgen für die Sexualität

Wenn Du Schmerzen oder Angst beim Geschlechtsverkehr hast, oder unsicher bist, lasse Dich nicht unter Druck setzen und suche die Schuld nicht bei Dir. Es kann an der Beschneidung liegen und viele Mädchen und Frauen haben diese Probleme. Wende Dich an eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt (Gynäkologin/ Gynäkologen) oder eine Beratungsstelle.

Einige Mädchen und Frauen befürchten, dass das „Jungfernhäutchen“ beim ersten Geschlechtsverkehr einreißt oder entfernt wird. Das stimmt nicht. Das „Jungfernhäutchen“ (auch Hymen genannt) ist eine Umrandung der Vagina kurz hinter dem Scheideneingang. Es ist nicht geschlossen. So kann zum Beispiel während der Menstruation das Regelblut ungehindert austreten. Das „Jungfernhäutchen“ kann durch Sport oder Tanzen nicht verletzt werden. Auch bei einer Untersuchung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt kann es nicht kaputt gehen. Manche Mädchen werden ohne „Jungfernhäutchen“ geboren, viele haben trotz sexueller Kontakte ein intaktes „Jungfernhäutchen“. Bei manchen Frauen kommt es beim ersten vaginalen Geschlechtsverkehr zu einer Verletzung des „Jungfernhäutchens“ und zu einer Blutung, bei anderen nicht. Medizinisch ist es fast unmöglich, anhand des „Jungfernhäutchens“ festzustellen, ob eine Frau schon vaginalen Geschlechtsverkehr hatte.

Selbst wenn es zu kleinen Verletzungen des Jungfernhäutchens kommen sollte, verheilen diese schnell wieder. Dabei entsteht kein Narbengewebe. Das ist wichtig, weil es bedeutet, dass niemand, auch keine Frauenärztin/ kein Frauenarzt erkennen kann, ob du bereits Sex hattest oder nicht. Sogar nach einer Geburt kann das „Jungfernhäutchen“ noch aussehen wie zuvor.

Folgen für Jungen und Männer

Mädchenbeschneidung kann Folgen für Jungen und Männer haben: Zum Beispiel wenn ihre Frau, Tochter oder Schwester leidet oder stirbt, oder wenn in der Partnerschaft sexuelle oder Beziehungsprobleme auftreten. Mädchenbeschneidung wird als „Frauenangelegenheit“ angesehen, weil sie meist von Frauen organisiert wird. Der soziale Druck, der die Menschen zur Mädchenbeschneidung zwingt, kommt jedoch von der gesamten Community und damit auch von Jungen und Männern. Sie sind Teil des Problems, wenn sie sich beispielsweise weigern, eine nicht beschnittene Frau zu heiraten oder indem sie dem Thema einfach keine Aufmerksamkeit schenken. Jungen und Männer haben eine wichtige Rolle und große Verantwortung bei der Überwindung von Mädchenbeschneidung. Ihre Aufgabe ist es, Mädchen zu schützen und sich für ihre Gesundheit einzusetzen.

Das Recht auf Gesundheit

Alle Mädchen haben Rechte!

Dein Körper gehört Dir.

Niemand hat das Recht, ihm Schaden zuzufügen, nicht einmal Deine Eltern.

Welche Ärztin/ welcher Arzt ist wofür zuständig?

Allgemeinmedizinerin/ Allgemeinmediziner

Die Allgemeinmedizinerin/ der Allgemeinmediziner wird auch Hausärztin/ Hausarzt genannt. Bei gesundheitlichen Problemen ist sie/ er in der Regel die erste Ansprechperson. Sie stellt wenn es nötig ist die Überweisung zur jeweiligen Fachärztin/ Facharzt aus.

Frauenärztinnen / Frauenärzte

Frauenärztinnen/ Frauenärzte (Gynäkologinnen und Gynäkologen) behandeln ausschließlich Frauen und Mädchen. Sie untersuchen und behandeln die weiblichen Geschlechtsorgane und betreuen Frauen während der Schwangerschaft.

Kinderärztin / Kinderarzt

Die Kinderärztin/ der Kinderarzt wird auch Pädiaterin/ Pädiater genannt. Sie/ er untersucht regelmäßig Babys und Kinder und behandelt die typischen Kinderkrankheiten.

Urologin / Urologe

Die Urologin/ der Urologe behandelt Nieren, Nebennieren, Blase, Harnleiter und Harnröhre von Mann und Frau. Auch mit Blasenentzündungen kann man zu ihnen gehen.

Allgemeinmedizinerin/ Allgemeinmediziner

Die Allgemeinmedizinerin/ der Allgemeinmediziner wird auch Hausärztin/ Hausarzt genannt. Bei gesundheitlichen Problemen ist sie/ er in der Regel die erste Ansprechperson. Sie stellt wenn es nötig ist die Überweisung zur jeweiligen Fachärztin/ Facharzt aus.

Frauenärztinnen / Frauenärzte

Frauenärztinnen/ Frauenärzte (Gynäkologinnen und Gynäkologen) behandeln ausschließlich Frauen und Mädchen. Sie untersuchen und behandeln die weiblichen Geschlechtsorgane und betreuen Frauen während der Schwangerschaft.

Kinderärztin / Kinderarzt

Die Kinderärztin/ der Kinderarzt wird auch Pädiaterin/ Pädiater genannt. Sie/ er untersucht regelmäßig Babys und Kinder und behandelt die typischen Kinderkrankheiten.

Urologin / Urologe

Die Urologin/ der Urologe behandelt Nieren, Nebennieren, Blase, Harnleiter und Harnröhre von Mann und Frau. Auch mit Blasenentzündungen kann man zu ihnen gehen.